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Ein ganz normaler Tag ... 26.03.2011

Jetzt ist die Butter also zum Fisch gelangt und endlich haben die Medien berichtet, dass in Japan eine 10.000-fache Bestrahlung unser Leben ab jetzt versüßt ...

Na da kann man doch nicht meckern, denn wie sagte meine Omi immer so schön: "nicht kleckern, sondern klotzen" heißt die Devise.
Nur zu froh bin ich über die Tatsache, dass ich jetzt gerade nicht nach Tokio fliegen muss, um dort ein paar Geschäfte abzuwickeln. Ich muss auch gestehen, dieser Deal würde in Ermangelung meiner Anwesenheit platzen. So viel ist sicher.

Da bleibe ich doch lieber noch ein paar Tage hier im Land, um dann in Richtung Süden zu entfliehen. Ja was denn, ich fliege doch nicht gen Westen, dass käme ja den Fliegern der Kamikazes gleich. Jetzt gibt es aber Menschen, die da wegen des Jobs in diese Richtung müssen und jetzt sagen Sie mir doch bitte einmal das Folgende: Bekommt man in der Luft eigentlich mehr Anteile von den 10.000 Fächern ab, als zu Lande oder ist es egal, weil die Strahlung sich vom Boden bis zur Decke zieht?

Und so soll man in ein schönes Wochenende starten, mit der Option auf die unfreiwillige H(o)öhnsonne. Die haben vielleicht Nerven, diese Atomler auf der Erde ...
Wobei ich ja immer im jETZT lebe und mich weder der Tag zuvor noch der danach tangiert. Vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, dass ich immer mehr Dinge vergesse aber trotz des steten neuen Inputs, kann ich mir nicht alle Dinge merken. Jaja, nenne Sie es doch von mir aus ruhig Demenz aber wenn Sie alle Informationen bekommen würden, die mein Kopf an einem Tag zu verarbeiten hat, dann würden Sie auch nur noch Ihren Vor-und Zunamen kennen. Nein, das glauben Sie nicht?

Dann erzähle ich Ihnen einmal, welche Infos ich alleine am gestrigen Tag zu verarbeiten hatte ... und da war die 10.000-fache Strahlung noch das kleinste Übel. Aufstehen um 4.00 Uhr ... um 5:00 im Büro nach ausgiebiger Körperpflege. Nein, ohne Dusche gehe ich nicht aus dem Schlafbereich und selbst dann nicht, wenn der kleine Atompilz sich in unserem Garten niederlassen sollte. Am Ort des Schaffens ... also dem Büro ... wird erst einmal die Jura in Gang geschmissen, damit das Leben in die nikotinalen Arterien zurückkehrt. Dann wird die Kiste der Gatesschen Bewegung angeschmissen und der E-mail-Check vollzogen ... in der Regel sind das so zwischen 50-70 Mails am Tag. Dan findet eine Auslese statt und diese werden nach Priorität geordnet. Kaffee ist mittlerweile in der Kumme und jetzt wird dann mein Daily-Blog befüllt. Das dauert in der Regel zwischen 20 - 30 Minuten, es sei denn, es schleicht sich wieder ein Plagiatsdoktor oder eine Atomwolke ein ...

Fertig geschrieben ... die "echte" Post wird geöffnet und den jeweiligen Personen zugeordnet. Dann beginnt der ganz normale Wahnsinn ab 8:00 Uhr, denn dann rauschen die Mädels der Pavoni-Truppe ein und erzählen erst einmal von den Eskapaden des Vortages. Na was denn, Sie waren doch auch einmal etwas jünger und je frischer das Fleisch, desto heißer der Greis ...

Nach den ausschmückenden Ausführungen der pettingalen Erlebnisse, wird dann der Tag besprochen. was muss in die Post, wo besteht Handlungsbedarf, wer kümmert sich um welches Anliegen. Team-Ende ... alle Mann an ihre Tische und auf in den Kampf. Das geht dann so bis 12:30 Uhr und dann folgen die ersten zarten Fragen nach dem obligatorischen Mittagstisch im Kollektiv. Jetzt sind meine fleißigen Bienen ja mehr als bescheiden und würden sich hüten, direkt mit der Hungernotstür in das Haus zu fallen und so wird dann einfach das Gespräch in die gewünschte Richtung gelenkt: "Du höre einmal Nicole, weiß Du was wir schon sehr lange Zeit nicht mehr gegessen haben?"
Ja, sage ich dann immer: "Nichts".

Für mich ist es dann das Signal für die Nebentätigkeit als Smutje vom Dienst. Wir haben hier ein stilles Abkommen, ich koche für die Truppe aber die Bude auf Vordermann bringen oder gar den Tisch decken, dass fällt nicht in meinen Arbeitsbereich. Jetzt bin ich ja kein langatmiger Koch, sondern ich kann das Essen in 20 Minuten fertig auf dem Tisch haben ohne das Chaos in der Küche zu hinterlassen ... Jaja, ich weiß das Eigenlob stinkt aber so ist es nun einmal und wenn Sie die Damen befragen, dann werden die meine kleinen Kochkünste bestättigen. Eine unserer Damen hat mir sogar vor ein paar wochen einen Stern verliehen und diesen auch mitgebracht. Der liegt jetzt hier in meiner Schatzkiste und strahlt in Gedanken an Esther vor sich hin ...