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Queen Elizabeth II und die Kokosnüsse

06.02.2012

Die Queen ... nein nicht die Dschungelqueen ... die Teetrinkerin aus dem Buckinghampalast lässt es in diesem Jahr so richtig krachen, denn diese ist jetzt seit 60 Jahren auf dem Thron und so wie es aussieht verläßt sie diesen auch erst dann, wenn da der kleine Tiefkühllaufzettel am dicken Zeh hängt.

Tja Kate, dass wird wohl noch nichts mit dem Hermelin und dem roten Poncho in den nächsten Jahren. Ob denn der William überhaupt so scharf auf das alte Stühlchen der Krone ist, wo doch das Leben über den Wolken so grenzenlos ist und die Hofetikette irgendwo unter den Wolken ruht. Das ist auch genau der Grund, warum ich es oberhalb der Sphären so liebe, denn da geht einem alles was sich da unten an Katastrophen abspielt gepflegt am Allerwertesten vorbei ... da ist einem dann egal, welcher Tanker gerade wieder einen Liter seines Ölvorrates verliert oder in welcher Nation gerade die Atomwolke aus der 100-jährigen Halbwertzeit den Abgang macht.


Wobei ... ja auch wir hatten die Vision einer Reise vor einiger Zeit, denn ich wollte auf eine Insel im Ozean der Inder ... Sie wissen schon, Sonne, Mond und Sterne unter Palmen mit türkisblauem Wasser und den Kokosnüssen auf der Rübe. Wussten Sie denn das auf diesen Inseln mehr Menschen von einer Kokosnuss erschlagen werden, als diese eines natürlichen Todes sterben?

Nix da, dass ist kein Schabernack, sondern die nackte karibische oder von mir aus auch maledivische Realität. Und wenn Sie schon einmal versucht haben eine Reise zu buchen, dann kennen Sie doch sicherlich auch diese Onlineanbieter der "Hin und Weg - Fraktionen". Reise in die Karibik ab 599 EUR ... aber auch nur wenn gerade vor zwei Tagen der letzte Tsunamie die Insel überrollt hat. Und wenn Sie dann nach Stunden der Suche das "richtige" gefunden haben, dann gehen Sie auf den Buchungsbutton ... und dann sieht man das wahre Gesicht hinter den angepriesenen Angeboten.

Erst einmal kostet nur das nackte Zimmer ohne Tapette den niedrigsten Preis und alles was Ihnen da an Schnorchelgedöne usw. in den Sinn kommt, kostet extra. OK, man will in den Urlaub und da heisst es ja nicht kleckern, sondern klotzen und da will man ja nun nicht auf jeden Cent schauen ... also man sucht den passenden Flug, damit man nicht schon um 3:00 Uhr in der Früh in Düsseldorf am Flughafen steht und sich in der unüberdachten Raucherzone bei Minus 10 Grad die frierende Zigarette schmecken lassen muss und man findet dann auch den schönen Flug zum Nachmittag aber ... nicht Non-Stopp, sondern mit mindestens einer Zwischenlandung. Jetzt ist ja Düsseldorf auch was die Fliegerei angeht ein sensationell schlechter Ausgangspunkt für die Fernreise und so steigt man dann zwar dort ein aber die erste Etappe der Reise endet schon in Frankfurt ... und nach nur drei Stunden der Transferzeit geht dann die Reise weiter nach Dubai. Ja das war auch so eine Sache in der Ferienplanung, denn das war im Ursprung das Ziel der ersten Wahl, bis ich die lange Liste der Länderbestimmungen gelesen habe. Wussten Sie denn auch das es dort noch die Todesstrafe gibt und das man dort als weiblicher Teil der Kamelherden ungefähr den gleichen Stellenwert hat, wie der Sack Reis in China?

Und nicht nur das, von wegen als triebige Liebende des gleichen Geschlechtes in ein derartiges Land reisen. Da landet man tatsächlich noch auf dem Marktplatz mit den grossen und kleinen Steinen im tribunalschen Angebot. Wehe dem Sie bevorzugen das kleine Schwarze und nicht das bodenlange Schwarze mit den Sehschlitzen darin, geschweige denn das man sich in der Öffentlichkeit eine Fluppe anstecken darf oder gar bei 30° im Schatten die Klamotten vom McDonald gestählerten Körper streift. Da kriegen Sie oder ich so richtigen Ärger mit den Oberaufsehern der Sittenpolizei. Da stellt sich mir doch die Frage nach einem Aufenthalt in solchen Ländern gar nicht, wo ich doch so gerne im Café die Liebste knuddel und es ist doch für den guten Deutschen kein echter Urlaub, wenn nicht wenigstens die Bermuda mit dem ärmellosen Unterhemd und den klassischen Sandalen mit den weissen Tennissocken drin sind, oder?

Na gut, dass wäre ja auch nur der Zwischenstopp zu dem eigentlichen Ziel gewesen ... also wir fassen zusammen ... Anreise nach Düsseldorf eine Stunde, wenn es schlecht läuft, dann mindestens eine Stunde vor Flug da sein ... macht insgesamt schon mal zwei Stunden, dann nach Frankfurt in den ersten Zwischenstopp ... Wartezeit für diese Aktion 3 Stunden bis es dann weiter geht in das Land der Palmeninseln und der verschleierten Jenny aus der Flasche ... noch mal 6 Stunden des Fluges ... Wartezeit dort ... na immerhin nur 2 Stunden ... dann endlich auf zu der Insel ... noch einmal 7 Stunden ... dann noch die Fahrt zum Resort ... Holymoly, und ehe man dann tatsächlich die erste vielleicht den Tod bringende Palme entdeckt, ist man 22 Stunden auf Achse ... und dann sind einem die Palmen und die Kokosnüsse so etwas von egal, dass garantiere ich Ihnen. Und was macht man dann in der letzten Konsequenz ... genau, Deutschland ist ein schönes Land und vor allem seine Berge und die vielen Föhne auf diesen ...

Ach Quatsch, ich gehe nicht auf die Bretter, denn diesen Versuch hatte ich vor Jahrezehnten einmal und ich sage Ihnen, diese Geschichte endete mit der Rettungsgondel und dem 1-stündigen Stau auf der Piste. Na was denn, so eine Kondition habe ich ja nun auch nicht und wer ahnt schon, dass an Resis Hütte die Luft dünner ist, als bei Kohlliesels Tochter im Tal.

Männo, da hat es mich doch nach der kurzen Fahrt auf den Brettern in das Sauerstoffzelt der Talstation befördert und das alles auch nur deshalb, weil die Skier und ich einfach keine Symbiose eingehen wollten. Das hat ja auch immer etwas mit dem Kontrollzwang zu tun, denn wenn da unter den Füssen so ein paar Bretter mir sagen wollen, wo die Reise lang zu gehen hat, dann endet das entweder im gegipsten Bett oder für die Skier im Kamin ...