SEITENAUFRUFE

07.& 08.04.2012

Von wegen, da war nichts mit der Faulheit oder ähnlichen Dingen, dass ich erst jetzt dazu komme in die Tastatur zu hauen ... es ist Ostern und da müssen die Dioxineier gefärbt werden und diese im Garten versteckt werden ...

Der Osterhase muss diese doch verstecken, denken Sie kleinen naiven Teile dort draussen. Wussten Sie denn nicht, dass der Osterhase inzwischen auch dieser zerstörenden Organisation der Weltwirtschaft beigetreten ist?

Natürlich meine ich die Gewerkschaft derer, die aus dem Milieu der zukünftigen Entwicklungsländer kommen und den Weg in die europäischen Townships immer weiter ebnen. Und da habe ich mir überlegt, dass es einfach günstiger ist, wenn ich die Eier selber verstecke, als das ich mir da einen Mümmelmann der 30-Stunden in der Woche, bei vollem Lohnausgleich und mit 363 Tagen des Urlaubs in die Hütte hole. Man kann die Mannen der Neuzeit doch gar nicht mehr bezahlen, wenn diese nicht wenigstens einen polnischen Pass oder über die Optik eines Herrn Rösler verfügen. Jaja, so weit ist es nun schon in diesem Land gekommen und Sie müssen nur nicht glauben, dass es da nur in dieser Nation so ist, denn was bei den Amerikanern harte Realität geworden ist, nämlich das man dort Anteile der Freiheitsstatue kaufen kann ... lässt doch den nur die eine Vermutung zu, dass man in naher Zukunft auch Teile des Reichstages in Berlin ersteigern kann ...

Wussten Sie denn auch, dass Sie jetzt auf E-bay den ehemaligen Golf von Angela Merkel ersteigern können?

Lieber wäre mir ja gewesen, wenn man die ehemaligen Golfstaaten dort im Angebot hätte, denn was dort jeden Tag auf das Neue aufkeimt, gilt es doch im 21. Jahrhundert im Keim zu ersticken oder haben Sie etwa grosse Lust, im Alter nochmalig dem Trend der Burka zu folgen?

Also liebe Muselmänner dort draussen, wenn Sie mich schon einmal mit einem Kopftuch auf dem Kopf gesehen haben, dann würden Sie das Tragen dieses Stoffstückes sicherlich nochmalig überdenken. Mir stehen diese Dinger einfach nicht und ich finde, dass diese mein körpereigenes Botox und Hyaloron extrem betonen. Nein, ich habe nichts gegen das Tragen des Kopftuches, wenn dieses aus der festen Überzeugung geschieht, dass man sich damit besser fühlt. Für meinen Teil trage ich doch auch mein Kabbala-Band seit vielen Jahrzehnten und zwar schon vor der Geburt von Madonna und Ashton Kutcher, denn diese machen aus solchen Sachen immer einen Modetrend und das tut der Sache alles andere als gut, denn es steckt doch mehr dahinter, als ein lapidarer Modetrend. Da fällt mir ein, dass ich noch immer nicht weiss, was denn aus Paris Hilton geworden ist ...

Ja, ich mache mir grosse Sorgen, dass da etwas nicht in Beverly Hills stimmt oder wundert Sie nicht, dass erst der kleine Tinkerbell von der Bildfläche verschwunden war und jetzt Paris scheinbar in das Nirvana eingetaucht ist. Das riecht ja förmlich nach einem Anruf oder einer Twitternachricht. Seit es so still geworden ist um dieses IT-Girl, macht das Lesen der Hollywood Reporter gar keinen Spass mehr oder wollen Sie wissen, wenn da der Justin Bieber mit Slime übergossen wird oder welche Katy jetzt wieder einen neuen Freund im Sandkasten kennen gelernt hat?


Oh ja, ich merke das ich doch ein wenig reifer werde und das ich der neuen Zeit der Promis der heutigen Jugend nicht gewachsen bin ... wobei auch wir hatten in der Jugend solche Kinderstars, wenn ich da noch einmal kurz an Anita und Roy erinnern darf ... Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein ... und heute würde das wohl so klingen ... Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Ivana zu dem Donald Trump, dem ...

Na gut, lassen wir das, denn jeder da lobe ich mir doch lieber diesen Baumeister aus den Staaten, denn die hätten es auch schlimmer treffen können, wenn die Eltern vom Mörtel-Lugner nach Übersee ausgewandert wären ...

Egal, ich habe da jetzt ganz andere Probleme die es zu lösen gilt ... denn ich habe mir überlegt, wie ich denn wohl dem Trend der Zukunft folgen kann, um nicht am Ende des Tages wir eine Trockenpflaume dazusitzen. Waren Sie denn schon einmal im Spa oder sagen wir doch bei der Pickelausdrücktante, um zu retten, was da noch zu retten ist?

Jetzt will ich mal eine Lanze für all jene unter Ihnen brechen, die diese Behnadlungen auf das schärfste ablehnen, denn jetzt weiss auch ich, dass man in aller Regel danach zum Träger der Camouflage-Pflegecreme mit dem Uterus des Kalbes darin wird. Also ganz im Ernst, bevor ich dort hin gegangen bin hatte ich eine Haut wie ein 60-jähriger Kinderpopo aber jetzt ... So viele Pickel und Schrunden hatte ich niemals zuvor in meinem Gesicht und dann dieses stete jucken an der Wange, seit da diese Prozedur mit dem Grünzeug aus dem mit Algen besiedelten Meer statt gefunden hat. Holymoly, und das schmieren sich die Damen von Welt jeden Tag in das Gesicht ... Na da ist es ja kein Wunder, dass ich am ortsansässigen Fischstand immer die Warenqualität des Händlers anzweifel. Das ist also gar nicht Seeteufel, Scholle & Heilbutt, die da den Eindruck des ungepflegten weiblichen Individums vermitteln, sondern es sind die Cremes aus der Prärie und aus dem La Mare. Und dafür legen die Damen derart viel Geld auf den Tisch ... Na da reicht es doch völlig wenn diese bei dem nächsten Besuch eine Packung Miesmuscheln oder eine geräucherte Makrele auf das Gesicht legen. Das ist auch viel günstiger und sollen wir wetten, dass der Erfolg dieser neuen Schönheitskreation der Gleiche ist, wie nach meiner Gesichtsbehandlung inclusive des Peelings und der Maske?

Ach ja, dieses Drama um die Schönheit und ich frage mich, wann denn da die ersten Steuern auf die Entsorgung der Leichen der Hollywood Beautys erhoben werden?

Na hören Sie einmal, wenn Sie ein Asbestdach auf der Laube haben oder irgend welche Altlasten in den Boden gekippt haben, dann langt die Müllabfuhr doch auch kräftig in die Tasche des Bauherrn und da sollen die Modells der Operateure so davon kommen? Warten Sie es nur ab, bis es die Sondermülldeponie für die Brustimplantierten & Co gibt. Die kann man nicht so einfach ohne das vorgerige Ausschlachten in den Ofen des Krematoriums schieben, denn was denken Sie denn was da erst für ein Feuerwerk im Ofen stattfindet, wenn da die Dinger aus Gel platzen oder das ganze Gift aus dem Körper verpufft. So, so, darüber haben Sie noch niemals nachgedacht und vor allem gilt das ja nicht nur für die freiwilligen Verstümmelungen, sondern auch für die medizinisch indikatierten Mannen unter uns. Sie glauben doch wohl, dass meine Kunstpatella da im Knie eine längere Brenndauer hat, als da die körpereigene Scheibe des Knies. Da stellt sich mir eine Frage ... liebe Doktoren und Bestatter: "Werden die Ersatzteile eigentlich gesondert in Urnen verbracht oder wie bekommen Sie eigentlich diesen Unterschenkel, die Schulter aus Metall oder den Herzschrittmacher in die kleine Öffnung der Urne?"

Sehen Sie, und da habe ich dann meine Zweifel, ob diese Idee mit dem Verbrennen so eine Gute ist, auch wenn diese es den Verwandten ermöglicht, sich schön aus der Grabpflege zu ziehen und all die schönen Dinge vergessen lässt, die da einst diese wundervollen Kindererinnerungen ermöglicht haben. Oh ja, was würde ich geben, um noch einmal in meinem Leben die Sülze aus Roastbeef von meiner Grossmutter zu essen oder diese leckere Rindfleischsuppe aus Tafelspitz, die in keinem Restaurant so gut schmeckte, wie aus dem alten Emailtopf meiner Omi. Doch, es sind schöne Erinnerungen die ich da habe und vor allem diese Feiertage im Haus meiner Omi, wenn der Ofen seit dem frühen Morgen glühte, um den Stutten zu backen oder diese Pfannkuchen aus der schwarzen Pfanne, die niemals gespült werden durfte ... oder, oder, oder ... Omi, ich vermisse Dich!

Überhaupt denke ich sehr oft an meine Grossmutter, denn diese Frau war nie eine Frau der vielen Worte, was aber nicht heissen soll, dass diese nur geschwiegen hat ... Manche Dinge waren ihr einfach zu dumm und wenn da Tratsch über den Rométisch wanderte, dann rauchte meine Omi ihre rote Marlboro, lehnte sich zurück und erfreute sich ihres Lebens. Auch gab es dort immer den besten Erdbeerboden und die selbstgeschlagene Sahne. Nichts da, trotz eines weihnachtlichen Rührstabes und einem elektrischen Rasenmäher ... Omi machte alles von Hand und wehe dem man wollte da mit der elektrischen Heckenschere an ihr geliebtes Grün. Und wie gerne erinnere ich mich an die Aussage von ihr, als da eine Ölle in der Nachbarschaft verstarb und wir ihr sagten, dass sie doch bei dieser mit zur Beerdigung gehen müsste, denn schliesslich habe man ja seit Jahrzehnten in der gleichen Strasse gelebt. Wissen Sie was meine Grossmutter darauf antwortete?

"Warum sollte ich denn mit Ölles Beerdigung gehen ... die geht doch auch nicht mit meiner ..."

Es waren die kleinen Augenblicke, die einen da über Jahrzehnte geprägt haben und auch noch immer ist mir diese Nachbarin derart präsent, die da diesen braunen bissigen Langhaardackel hatte und direkt das Haus neben meiner Omi bewohnte. Natürlich war der Dackel von Haus aus wahrscheinlich mal ein ganz lieber Zeitgenosse aber bei der Schrappnelde als Halterin, da konnte man sich wahrscheinlich nur das Beissen angewöhnen, um sich diese vom braunen Pelz zu halten. Das war so eine verhärmte alte Frau, die wann immer sie auftauchte alles andere als Sympathie versprühte, sondern aus der heutigen Sicht weiss ich, dass diese mein Bewusstsein für die echte Antipathie geschärft hat und wenn man so als junges Mädel dann zusammen mir der Cousine bei der Omi jeden Sommer verbringt und sich das Unterbewusstsein bzw. das ES einschaltet, dann gehen eben auch schon mal des Nachbars Scheiben zu Bruch.

Nix da, dass ist jetzt über 30 Jahre her, liebe Staatsanwälte und irgend wie waren es ja nicht wirklich wir, die da die Steine an das Fenster in der Nacht geworfen haben und diese drauf zu Bruch gingen, sondern es war unser ES. Womit doch eigentlich nur bewiesen war, dass jedes Handeln eine Konsequenz nach sich zieht ...

Stellen Sie sich doch bitte vor oder vielleicht hatten Sie ja auch so einen weiblichen Stinkstiefel neben sich wohnen, der da niemals ein nettes Wort verliert und eigentlich gegen alles und jedes auf der Welt ist und auf diese prallt dann die geballte Kraft der zwei Mädels aus dem Nebenhaus mit den grünen Blendläden an den Fenstern, welche uns immer als Leiter aus dem Schlafzimmer dienten, um des Nächtens unser Unwesen zu treiben.

Auch in der Nacht, als wir da die "liebe" Nachbarin zum Ordern des Glasers verurteilt haben, sind wir über die Blendläden ausgebüchst und haben da die süssen kleinen roten Kieselsteine aus Omis Garten an deren Fenster geworfen und sind nach erfolgreicher Mission im Auftrag ihrer Majestät der Gerechtigkeit wieder mit dem Heiligenschein über unserem Haupt den gleichen Weg zurück in unsere Daunenbetten. Nur wenige Minuten später schellte die alte Dame dann inmitten der Nacht bei unserer Omi, um uns zu unterstellen das wir etwas damit zu tun haben, dass da jetzt der permanente Durchzug in ihrem Wohnzimmer herrscht, weil wir die Scheiben eingeworfen hätten ...

"Meine Enkeltöchter sollen was?" ... und schon stand unsere Omi in der Tür zu unserem Schlafgemach und erblickte die zwei süssen Engel in süssesten Träumen in den Betten. Ja, der Treppenabgang meiner Grossmutter und das darauf folgende kurze aber wortstarke Intermezzo an der Haustür, gehört zu einem meiner liebsten verbalen Erinnerungsstücke an meine Omi, denn während wir uns wieder unsere Nachtsteinwurfkleidung entledigten, um unsere Schlafgewänder anzuziehen ... Nein, diese Worte erklangen wie Musik in unseren jungen Ohren ...

"Meine Enkeltöchter liegen in ihren Kinderbettchen und träumen von allem, nur nicht von Dir und wenn Du nochmalig die Frechheit besitzt, mich und meine Familie in der Nacht zu behelligen ... frage doch einmal Deinen Dackel, ob der die Scheiben eingeworfen hat, um aus Deiner Obhut fliehen zu können ... "

Und dann hörten wir nur noch ein leises Bums aus der Diele und unsere Omi, wie sie zart und leise nochmalig die Tür zu unserem Zimmer öffnete, um einen Blick auf die geliebten Enkel zu werfen ... und mit der Gewissheit die letzte Zigarette der Nacht zu rauchen, dass ihre Enkel einen sehr gesunden Gerechtigkeitsinn besitzen. Ja, sie wusste, dass wir es waren aber Sie denken doch nicht, dass Sie uns jemals auch nur den Hauch eines Vorwurfes gemacht hätte ... geschweige denn, dass sie das unseren Eltern erzählt hätte.

Vielleicht kennen ja auch Sie noch diese untrügliche Gefühl der Jugend aus der Schulzeit, dass manches Mal das warme Wetter einem alles andere an Aktivitäten zugeflüstert hat, als den pflichtbewussten Schulbesuch und wenn man sich da eine selbstverordnete Auszeit vom Schulstress gegönnt hat, dann fuhr man zur Grossmutter. Dort musste man sich nicht rechtfertigen, geschweige denn das diese einen argwöhnisch anschaute, wenn da mittlerweile seit 20 Wochen der Religionsunterricht nur deshalb ausfiel, weil der Pfarrer an einer Überdosis Viagra erkrankt war. Und wann immer man das Haus durch die Hintertür betrat, es stand immer eine goldene Kanne Kaffee und dieses Brettchen mit dem Stuten und der Kirschmarmelade daneben. Auf dem Tisch lag die BILD-Zeitung und fast immer war der Sportteil geöffnet oder es lag dort ein Kugelschreiber auf dem tagesaktuellen Kreuzworträtsel. Schön war es ... einfach nur schön ...