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Die Folterkammer der Hells Angels

27.05.2012

Na Prima, die Sonne lacht uns aus, das Ozon erwacht aus dem Winterschlaf und die Hells Angels betonieren einen Türken ein ... wenn es denn dann stimmen sollte und tatsächlich in dem Fundament einer KFZ-Werkstattshalle dieser gefunden werden sollte?

Nun bin ich ja da mittlerweile ein bischen im Thema, weil wir doch ein Buch in Arbeit haben, dass da Pia Pauli in der nicht all zu weiten Zukunft in unserem Verlag veröffentlichen wird. Pia Pauli ist die Mutter eines Mitgliedes einer Motorrad-Gang und schildert in ihrem Buch wie sie die Erkenntnis und all die Dinge die dann folgten für sich empfunden hat bzw. noch empfindet. Und ich sage Ihnen, diese Gangs sind ein derartig kriminelles Konstrukt, dass der Staat nur gut daran tut diese immer wieder mit Razzien zu belegen ...

Jetzt war ja eigentlich der Sinn der Motorrad-Gangs im Ursprung mal die Gründung einer Gemeinschaft von gelichgesinnten Fahrern auf 2 Rädern und eigentlich wollte man ja mit dem Verbund nur die Leidenschaft zu den Zweirädern dokumentieren aber was dann in der Zeit daraus für ein Konstrukt geworden ist ... Holymoly, und ich dachte die schlimmen Finger sitzen nur im Iran.

Das muss man sich bitte vorstellen, die Banden aggieren nicht nur im Rotlichtmillieu, sondern diese kontrollieren auch die Drogengeschäfte und betätigen sich im Geldeintreiben und sonstigen Straftaten, wie die jüngsten Pressemeldungen bestättigen. Alleine schon die Tatsache, dass die sich Folterkeller bauen und auch sonst in allen Sparten der Kriminalität die Pfoten darin haben, lässt einen schon an der Sicherheit im Staat zweifeln ...

Noch sehr gut kann ich mich daran erinnern, dass wir solche zweiräderigen Gangs auch hier am Ort hatten, diese hießen zwar nicht Hells Angels oder Banditos, sondern Beckmannplatz oder Easy Riders der Puch-Fraktionen. Na was denn, jeder fängt doch einmal KLEIN an und da gehört es in den gesunden Lebenslauf des Erlebens, dass man mindestens einmal in seinem Leben in einer relativ bösen Clique gewesen war. Aber wenn ich das treiben der Clique mit dem der Höllenengel vergleiche, dann waren wir doch wohl eher die Weisenkinder unter den bösen Mädels und Buben. Jajaja, ich weiss, ein paar haben dann in späteren Jahren nicht mehr so richtig die angepasste Kurve mit der Ciao gekriegt und ja es stimmt, der eine oder andere hat auch unfreiwillig in der Badeanstalt hier am Ort seine Sozialstunden abgeleistet aber wie gesagt, aus der heutigen Sicht war das von dem Einbetonieren eines Türken um Meilen entfernt. Fast immer wurden die Strafen von den Richtern verhängt, weil die Mofas frisiert waren und nur derjenige, der wenigstens einmal in seinem Leben mit 25 km/h am Strassenverkehr teilgenommen hat weiss, dass man damit zu dem Freiwild des Asphaltes wird. Soll heissen, mit 25 km/h über den Stadtring ist in etwa so, als das man mit dem Gehwägelchen auf dem Fahrradweg fährt ...

Natürlich gab es aber auch hier am Ort die Gangs, die da mehr oder minder aus dem asozialen Millieu stammten und wo die Adresse schon das Programm war. Das waren dann zeitgleich auch die Strassenzüge, die man bis in das Erwachsenenalter vermied und egal was auch immer man hätte in dem Viertel ergattern können ... man fuhr dort nicht hin und wollte auch sonst mit diesen nichts zu tun haben. Da gab es auch einmal eine Familie hier, die da über ca. 20 Kinder im Stammbaum verfügte und die von der Stadt in zwei Häuser verfrachtet worden waren. Da fragt man sich doch wie es sein kann, dass fast die gesamte Truppe irgendwo schon einmal bei der Polizei in den Akten gestanden hat. Oder diese zwei Typen, beide mit dem südländischen Aussehen, die da immer wieder durch Schlägereien und andere Straftaten aufgeflogen sind. Sofern ich mich erinnere ist einer der Beiden dann irgend wann auch mit einem geklauten Auto unter dem Gesäß in den Tod gefahren. Ja, und Sie denken in einem 80.000 Seelendorf ist es ruhig und beschaulich ...

Schon in der Grundschule gab es da den einen oder anderen Crack, der da immer die dicke Backe machte und wenn Sie jetzt denken sollten das ich darunter gewesen bin, dann täuschen Sie sich aber gewaltig. Meine Person war ein zartes blondes Wesen mit einem Gang über den grossen Onkel, wenn Sie das noch kennen. Meine zum damaligen Zeitpunkt noch wahrlich zarten Füsse konnten irgend wie den Weg nach Aussen nicht finden und so stolperte ich faktisch über meine eigenen Füße. Von wegen, dass ist schon lange Zeit vorbei und ich sage Ihnen, dass war kein Spass diese Fehlstellung zu eliminieren. Ständig hockte ich in den Wartezimmern der Orthopäden und so ganz leicht kann ich mich noch an einen Besuch in der Klinik in Münster erinnern, wo der Mann im weissen Kittel die Absicht hatte meine Bänder zu verkürzen. Und jetzt wo ich dieses gerade schreibe fällt mir ja auch wieder das Gipsbett auf meinem Kleiderscharnk ein ... Das war eine Sache, dass sage ich Ihnen, denn irgend wie wurde bei dem röntgen meiner zarten Wirbelsäule festgestellt, dass da wohl im unteren Schwanzansatz mal irgend etwas gebrochen oder abgesplittert war ... was weiss denn ich nach so vielen Jahren.

Auf jeden Fall hatte der Doktore dann wohl die Eingebung das man diese Sache am Rücken wohl mít einer Gipsschale lindern könnte und so musste ich eines schönen Tages in seine Praxis, um mir meinen Schalfplatz für über ein Jahr fertigen zu lassen. Nein, ich weiss nicht ob es diese Verordnung in der heutigen Zeit noch gibt und eigentlich könnte ich mir auch vorstellen, dass dieses Gipsbett auf dem Index der Amnesty International steht, weil das kam schon einer Misshandlung gleich in dieser Schale schlafen zu müssen.

Stellen Sie sich doch bitte vor, dass Sie sich als Nackedei auf eine Pritsche legen müssen und dann kommen die grossen Eimer mit den Gipsbandagen und zwei Mannen machen sich daran, denn gesamten Rücken vom Hals bis zur unteren Pobacke einzubetonieren. So eine Art der Halbschale sozusagen ... und wenn der tonnenschwere Gips dann auf dem Rücken getrocknet ist, dann wird dieser von irgend welchen Modellbauern überarbeitet. Da wo kein Buckel ist, wird dann einer eingebaut und wo der Wirbel sich verschieben soll, da wird dann noch etwas weggeschliffen. Und wenn der Rohling dann fertig ist und man mit der Passform zufrieden ist, dann wird der ganze Kladeradatsch noch mit Schaumstoff ausgeschlagen, damit es einen trügerischen Hauch weicher am Rücken ist ... die wahre Freude waren diese französischen Silikonimplantatsmatten im Sommer und ich sage Ihnen, wenn Ihnen liebe Hells Angels die Ideen ausgehen, dann fertigen Sie doch von ihren Feinden einen Gipsabdruck an und verpassen diesem ein Gipsbett.


Weiter im Text, man lag also starr in der Schüssel und konnte sich weder nach links oder rechts drehen und geschweige denn in seiner Lieblingsposition auf dem Bauch schlafen. Da kommt die wahre Freude auf in den Federn und da ist das Liegen in der zukünftigen Kiste des Ablebens das wahre Zuckerschlecken dagegen, dass ist doch wohl eine gesicherte Erkenntnis. Und etliche Monate gehörte dieses Utensil aus der Folterkammer im Tower zu meinem Kinderzimmer. Ja, ich hatte es wahrlich schwer in meinen jungen Jahren und daher kann ich doch wohl getrost eine Portion des Mitleides von Ihnen erwarten. Was es gebracht hat fragen Sie sich jetzt?

Na der Rücken sieht aus wie vorher, das Schlafen findet wieder auf dem Bauch statt und eigentlich kann man abschließend sagen, dass ausser den allseits beliebten Spesen, nichts gewesen ...