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Somewhere over the rainbow ...

20.05.2012

Lesenden Menschen wird ja in aller Regel schneller geholfen, als wenn diese auf das auditive Manna vom Himmel warten. Mensch Meier, es wundert mich dann doch das scheinbar unter den reichlich versammelten Lesern unter Ihnen wohl kaum Gestalten sind, die auch irgend wie mit unserem Verlag zu tun haben. Ist es nicht erstaunlich, dass man mehr Mails bekommt in denen irgend jemand etwas von einem will, als jene wo man etwas bekommt?

Ach ja, die Egozentrie eines jeden nimmt bisweilen schon seltsame Züge an und da wundert es doch nur wenig, wenn der Wirt dann den Hahn zudreht und einen auf die große Taubtulpe macht. Hallölli, wann kommen denn mal die Mails des Dankes und nicht der steten Forderung und überhaupt, wer sagt eigentlich das man E-Mails immer unmittelbar und sofort beantworten muss, wenn man doch ungefähr 70 Baustellen zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten hat?

Aber ist das nicht immer so, dass ein jeder sich für das Wichtigste im Leben des Anderen hält und das sogar dann, wenn man nicht das Bett und den Tisch teilt. Nur habe ich da seit ein paar Wochen ... genau genommen seit drei Wochen ... einen Schalter in meinem Gehirn implantiert der sich immer dann einschaltet, wenn ich das Gefühl habe von irgend einer Seite ausgesaugt zu werden. Ja, ich lasse mich nicht mehr drängen und schon gar nicht belehren, denn wie und was ich wann und wo mache, muss man mir schon ganz alleine überlassen. Im Übrigen ist das ja auch nichts anderes, als sein gegenüber mit der gleichen Strategie zu überraschen. Von wegen, ich bin ja wohl die Pflanze die sich alleine gießt und ehe ich etwas von einem anderen fordere, mache ich es lieber selber. Vor allem dann, wenn ich selber überhaupt keinen Anspruch auf etwas habe und eigentlich nur vom guten Willen des Anderen profitieren darf. Nur verstehen das die wenigsten Menschen und da mutet es schon sehr seltsam an, dass exakt immer jene die Nehmer sind, die nichts geben ...

Egal, ich war am gestrigen Abend bei Hella von Sinnen hier um die Ecke und ich muss gestehen, dass die sehr gut lesen kann und vor allem ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie wenig ich von Märchen und im Speziellen von H.C. Andersen kenne. Ach hören Sie doch auf einen auf die dicke literarische Hose zu machen, denn auch bei Ihnen hört es doch nach der Prinzessin auf der Erbse auf und nein, Sie wussten nicht das auch der Andersen wenn er denn noch leben würde mit auf den CSD gehen würde. Ist das nicht ein Phänomen, dass viele der genialen, grossen und kreativen Köpfe in der Welt und seit Menschengedenken wohl auf das gleiche Geschlecht gestanden haben. Ist mir doch egal, wenn Sie damit so viel zu tun haben, wie der Wulff mit der Bescheidenheit und der Ehre. Ob Sie nun die homosexuellen Gestalten in diesem Leben achten oder vernichten wollen, wenn ich da an so manche Gruppierung in der Welt erinnern darf, die noch immer diese bunte Vielfalt der Sexualität als Erkrankung oder Entartung betrachten, gell Vladimir und Benedictus, Sie werden diese bunten Farben der Schöpfung nicht ausrotten können, denn selbst wenn kein Teil auf zwei Beinen mehr diesen Globus bewohnen würde, dann würde es unter den Tieren noch immer die Liebe zu dem gleichen Geschlecht geben.

Wo war ich denn gleich ... ach ja, die Hella von Sinnen und die Lesung um die Ecke. Respekt meine Damen für diesen netten Abend auch wenn mir das Motto der Veranstaltung bzw. deren Zweck noch immer die Nackenhaare hochtreibt. Warum das so ist ... na dann spitzen Sie doch bitte einmal die Dinger am Kopf mit der Schnecke darin:

Wir haben auch einmal die ganz Guten sein wollen und haben uns zusammen mit Maja Tomljanovic und Manni Tenbrink auf in das Regenbogenland gemacht. Ein Sterbehospiz für Kinder und wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass keiner von den 5 Anwesenden aus unserer Truppe die ersten 20 Minuten nach dem Ende unserer Veranstaltung dort auch nur einen Mucks gesagt hat, dann lag das nicht an den unfassbaren Schicksalen dort in der Einrichtung, sondern an der Übersättigung einer durch den Staat und Spendengelder entstandenen Einrichtung. 4 kranke Kinder waren zu der Zeit in der Einrichtung und für diese standen 20 angestellte Pflegekräfte und 10 freiwillige Helfer zur Verfügung.

Sehen Sie, da muss man doch nun wahrlich nicht von einem Pflegenotstand sprechen und vor allem möchten wir Ihnen nicht vorenthalten, dass man den Eindruck hatte das dort tatsächlich nur zwei Personen die tatsächliche Pflege übernehmen und der Rest der Truppe den lieben langen Tag mit dem Spiel an den Füssen verbringt. Ob die Frauke Ludowig und die Hella überhaupt wissen, dass das genau der Grund ist warum ich den Pädagogen und dem sozialen Millieu den Rücken gekehrt habe?

Und wissen Sie, dass das nicht nur mein subjektiver Eindruck war, sondern das wir alle die Gleiche unfassbare Denke hatten, nach dem der Erste im Auto einen Laut tat. Ja, ich gebe zu das wir entsetzt waren darüber, dass da ein derartiger Pflege-Apparat für 4 Personen zur Verfügung stand, von dem alleine 2 Kids keinen Schritt alleine tun konnten. Und dann dieser multiple erkrannkte Junge in seinem Bett, der da die ganze Zeit während der Führung durch die Einrichtung mutterseelenalleine auf dem dunklen Flur in seinem Bett geschoben stand. Ja, wir hätten alle am liebsten den Rückwärtsgang eingelegt und denen so ewtas von unsere Meinung gegeigt, denn unter einem Hospiz stellt man sich doch das bunte Haus ohne den Pflegeheimcharakter vor und da nutzt es auch wohl nichts, wenn da mit den Erkrankten nicht oder nur sehr wenig aggiert wird. Dafür waren aber immerhin zum Kaffeeklatsch und dem Tag der offenen Tür an einem jeden X-Tag im Monat ein paar Besucher dort und soll ich Ihnen noch etwas sagen:

Es wird Zeit das da die Ludowig´s und von Sinnen mal den Überraschungsbesuch tätigen, damit diese auch einmal den unverblümten Blick auf den lauen Pflege-Lenz bekommen und wenn Sie schon einmal da sind, dann gehen Sie doch bitte mit den weit geöffneten Augen durch die Einrichtung, damit auch Sie diese wie wir mit dem weit geöffneten Mund wieder verlassen. Als aller erster Eindruck ist uns aufgefallen, dass die hellsten Räume im Obergeschoss die Verwaltung und das Pflegepersonal haben und das die Kids mehr oder minder in den Kellerräumen leben. Und wenn Sie denken das da der Name ... das Regenbogenland bzw. der Regenbogen ... Programm ist, dann treffen Sie dort aber nicht den Nagel auf den Kopf, sondern der Nagel trifft ihren Daumen. Ganz im Ernst, eine unmotiviertere Truppe als dort ist mir in den ganzen drei Jahren meiner Pädagogik nicht unter gekommen und wenn ich mir vorstelle das da die zwei Aushilfsstudenten ... die ebenfalls dort herum lungerten ... in der nahen Zukunft einmal in Sachen Pädagogik unterwegs sein werden, dann muss ich mir um den angefaulten Nachwuchs in der Welt der schmarotzenden Samariter nun wahrlich keine Gedanken machen. Was denken Sie wie lange Zeit wir alle miteinander gehadert haben, um uns zu diesem Nachmittag dort zu äußern aber nach dem ich nun am gestrigen Abend wieder über diese Merchandising-Schmetterlinge gestolpert bin ... ach ja, auf jeden Fall geben die was die Werbung betrifft mächtig Gas und da frage ich mich doch wahrlich, ob da die Gelder und insbesondere die Spenden in dem Fall dieser Bude wohl an den richtigen hilfsbedürftigen Empfänger gelangen ... man kennt doch diese Geschichten um die Spendengalas und deren kleine Unregelmäßigkeiten, oder Frau Ludowig und liebe Frau von Sinnen?

Tja, wie Du siehts liebe pan-Macherin, ich schaffe einfach die Kehrtwende nicht zu der Lobe-Frau, denn solange es auf dieser Welt Menschen gibt, die sich da im Leid des Anderen suhlen und dadurch bereichern, werde ich auf die Pauke hauen und das anprangern, dass da in die Öffentlichkeit gehört. Aber ich will den Tag nicht nur mit dem Schlechten schliessen, denn immerhin zeigt das Quecksilber satte 25 Grad und was gibt es doch an schöneren Dingen für den Small-Talk, als sich über das Wetter weit über den Regenbogen hinaus zu unterhalten ...