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Das Hofprotokoll und andere Nöte ...

17.07.2012

Julius hat Geburtstag ... Happy Birthday to you ... natürlich weiss ich das Sie Julius nicht kennen aber es reicht doch völlig aus, wenn ich diesen kleinen Mann kenne ...

Überhaupt kennen wir doch in Wahrheit die Menschen sowieso nicht richtig über die wir jeden Tag etwas in der Presse lesen oder in den Medien sehen. Oder glauben Sie das Sie die Victoria und den Daniel kennen, wenn diese da zum Geburtstag den Gang unter die Gemeinde antreten und das wir aus der Aufstellung der Familie bei dem Gruppenfoto die private Krise ablesen können?

Wobei, der Carl-Gustav stand ganz schön weit weg von der Silvia und egal wie ich den Fernseher auch gedreht oder geschüttelt habe, die haben sich keines Blickes gewürdigt. Ob da jetzt schon die vorgezogenen Eisheiligen ausgebrochen sind ... na was denn, wenn ich die Silvia sein müsste, dann hätte ich dem Göttergatten aber eine verdammt eindrucksstarke Szene hingelegt, weil dieser so dumm gewesen ist und sich hat bei seiner Excursion in das Rotlichtmillieu hat erwischen lassen. Es wird ja auch gemunkelt, dass der Carl wohl nicht so ganz der Hellste sein soll und da verstehe ich nicht, warum sein Hofmann ... oder haben nur die Damen die leibeigenen Hofdamen und die Herren sind bei der Morgentoilette sich selber überlassen?

Warum ist das eigentlich so, dass da nur die Damen von den Damen am Hofe belagert werden während die Herren sich in aller Ruhe amüsieren können, ohne das da einer den Daumen auf das Treiben hält? Ganz ehrlich, ich möchte mit den gekrönten Häuptern nicht tauschen, denn da wird ja jeder Gang in einem Protokoll vermerkt und wissen Sie was sich da sogleich bei mir für eine Frage stellt?

Wenn solche Veranstaltungen wie z. Bsp. das Thronjubiläum von Lisbeth II oder eine Hochzeit in das Haus steht, gibt es dann feste Zeiten in dem Hofprotokoll für den Gang zur Toilette?


Na was denn, jeder Mensch ob nun mit rotem oder blauem Blut gesegnet oder verflucht hat doch seine natürlichen Bedürfnisse und ein jeder von uns hat doch da seinen ganz eigenen Biorythmus ... es gibt doch in dem Zusammenhang die seltsamsten Typen, wie jene die da mit dem Glimmstengel auf das Klo verschwinden, um die Darmbewegung zu animieren. Andere wiederum nehmen je nach Bedarf die Bunte oder die FAZ mit auf den stillen Thron, wobei ich da nicht so ganz ausschliessen möchte, dass man damit durchaus in Ermangelung des Papieres diese Hürde mit den Zeitungen überwinden kann. Vor allem dann wenn da wieder die gleichen Leute darin stehen und man dem Klatschblatt somit einen Sinn gibt.

Ach hören Sie doch auf, jeder kennt doch diese Not, wenn da das Toilettenpapier nur noch ein Blatt an der Papphülse hängen hat und jetzt tun Sie doch nur nicht so, als wäre Ihnen das noch niemals passiert, weil Sie ein überkorrekter Mensch sind, welcher vor dem Antritt auf den Thron solche Sachverhalte kontrolliert. Hatten Sie denn noch niemals die absolute Not in der absoluten Sekunde des Lebens, wenn da alles andere sichtbar ist nur kein stilles Örtchen?

Da kehrt dann aber das wahre Leiden des jungen oder alten Werther in das unglückseelige Leben ein und ich sage Ihnen in solchen Momenten vergesse ich sowohl das Vater- als auch das Mutter- und Geschwisterland. Und in aller Regel wird man von den Kapriolen des Darmes genau dann überrascht, wenn man diese benötigt wie das so beliebte Loch im Kopf.

Oh ja, noch sehr gut erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an einen Ausflug nach Köln zu der Autorin Inés Hölter oder für die Amerikaner unter Ihnen HOELTER ... Fragen Sie mich nicht mehr nach dem Grund des Meetings aber es gab einen nur wenn ich Ihnen jetzt den Verlauf dieses Tages schildere, dann werden auch Sie verstehen das dieser unter ferner liefen verschwunden ist.

Das war nämlich so, dass wir uns erst zusammen gesetzt haben, um eben ... zu besprechen und nach der Arbeit folgt in aller Regel das Vergnügen und so verständigten wir uns auf einen kleinen Snack bei dem Thai. Thai, hallo ... nix da mit Kinderporno und so weiter ... Thailand ... die Kochkünste der Menschen aus der Südsee. Schön scharf sollte es sein und nicht so fettig, weil man doch auf die Figur achten muss. Also wurde das Chicken min Thai und die gebratenen Nudeln mit dem Sambal erwählt und in der Folge auch verspeist. Man quatschte über dieses und jenes und trank dazu eine gepflegte Coca-Cola. Von wegen, die echte Coca Cola muss es sein, denn diese Pepsi bekommen ich einfach nicht herunter. Egal, es geht um die fundamentalen Dinge des Lebens und die damit verbundene Notlage, in die einen der eigene Körper katapultieren kann, wenn dieser den Eindruck hat dieses zu tun. Thai ... lecker gegessen und sich dann nach einer Stunde zum Abend hin verabschiedet ...

Ab in das Auto und auf in die Heimatgefilde ... doch wie gesagt, wenn da nicht der eigene Körper auch schlagartig zum eigenen Feind werden könnte, dann wäre das Leben doch um so viele Erlebnisse ärmer. Bis Düsseldorf war meine Welt noch sehr heile aber am Kreuz Breitscheid bemerkte ich das erste Gegrummel ... Sie kennen diese "Rumpel die Pumpel, nach draussen will der Kumpel". Sofort stellte ich die Heizung des Autos auf die höchste Stufe und stellte die Düsen mit der wohlwollenden Wärme in Richtung Bauch. Na so um die drei bis vier Minuten ließ sich das Ganze dann auch für den Moment beruhigen aber als es dann langsam aber Zielgerichtet auf Duisburg zuging und ich zu meinem Entsetzen dann auch noch feststellen musste, dass ich in einen Stau inmitten einer Baustelle ohne einen Standstreifen eingefahren war, da erlebte ich bzw. mein Auto dann mit mir zusammen das wahre Grauen der Naturgewalten mit dem Hauch Thailands darin. Na was denn, wenn Sie in einer Baustelle in einem Stau stehen und weder rechts noch links einen Baum oder Strauch erblicken, der Standstreifen elimiert ist und die nächste Raststätte in 20 Kilometern angekündigt ist, dann kommen aber auch Sie in das Grübeln der absoluten Ausweglosigkeit ...

Die Düsen zeigten mittlerweile die Durchschnitttemperatur von 35° an und alles beten und Kerzen anstecken half in diesem Moment nicht, um den eigenen Körper und dessen Treiben milde zu stimmen und so kam es, wie es dann auch tatsächlich gekommen ist ... Nein, Sie wollen nicht wirklich in der vollen epischen Breite die Szenarien aus dem PKW mit dem Kennzeichen BOR- ... 7 ... wissen, oder?

Das vergessen Sie bitte ganz schnell wieder, es wurde nicht in die Sitze gemacht und auch war sonst der PKW in einem astreinen Zustand, wenn man von der kleinen Geruchsbelästigung einmal absieht. Immerhin hatte ich zufällig noch so einen ortsansäßigen Report für die Mülltonne im Auto und so bekam dieses Käseblatt endlich einmal einen wahren Sinn, denn diese funktionierte ich zu einem Tablett für den Fahrersitz um und ich sage Ihnen, egal was für ein Shit da auch drin steht aber die Papierqulität ist nicht zu verachten. Vor allem die Undurchlässigkeit ist alles andere als von schlechten Eltern ...