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DER TOD ...

13.11.2013
 
Es gibt so viele Arten in Sachen Umgang mit dem Sterben und jetzt erzähle ich Ihnen einmal eine wundervolle Geschichte zu diesem Thema ...
 
Eine ganz grossartige selbstlose und immer taffe Frau liegt in diesen Stunden und ringt mit dem Tod. Der Unterschied zu einem grossen Teil derer, die da schwer erkrankt sind und jenseits der 80 Jahre alt sind wird wohl der sein, dass über die Hälfte der Bettlägerigen wahrscheinlich in einem Pflegeheim liegen oder wenn denn dann Zuhause, wahrscheinlich 2-malig am Tag durch den Pflegedienst a 20 Minuten mit der Grundversorgung ausgestattet werden und den Rest des Tages in ihren Betten dahin siechen. Das es aber auch völlig anders und fast schon schön geht habe ich am gestrigen Mittag erfahren dürfen.
 





 
 
Die alte Dame wurde von ihrer Lieblingsenkelin in das Haus geholt, schwer an Krbs erkrankt und mit dem Wissen darum, dass es keine Chance auf Heilung geben wird. Das war vor 3 Monaten ... und da wird nicht beklagt und gemeckert, dass da einer der Kinder in ein anderes Zimmer ziehen musste oder gar das dadurch die Familie und deren Alltag massiv gestört wird ... ein wundervolles Bild war es gestern in dem zauberhaften Wohnzimmer der Familie. Stellen Sie sich eine Wohnlandschaft vor, wo in der U-Form sozusagen 3 Mannen ausgestreckt liegen können.
 


 
 
Auf der linken Seite lag die 12-jährige Urenkelin erkrankt an einer Erkältung, zur rechten Seite lag die strebende Uromi süss verpackt in Decken und doch nicht abgeschoben. Inmitten des Ganzen wuselten die 2 Hunde der Familie, die in regelmässigen Intervallen zur sterbenden Omi liefen und ihren Kopf auf deren Hände ablegte ...
 
Was ich daran so wundervoll gefunden habe ... diesen Umgang mit dem Sterben und die selbstverständlich dessen, wie man die hilflose Frau dennoch mit in das Familienleben einbíndet, auch wenn die wachen Momente nur noch den Bruchteil einer Sekunde andauern und keiner weinend und schluchzend an ihr klebt, sondern sie auf dem letzten Weg einfach so begleitet, wie man es besser nicht machen kann.
 


 
 
Ja, wir haben einen Bezug zu dieser Dame und viele Jahre war sie auch für uns eine Art des Familienmitgliedes und deshalb freut es uns besonders, dass sie in einer vertrauten Umgebung sterben darf und das alltägliche Leben um sie herum stattfindet ohne diese und ihre Krankheit und den folgenden Weg zu tabuisieren ... DANKE an Euch Familie K. ... Ihr macht das so wundervoll und wir haben uns sehr gefreut, dass wir wann immer wir möchten zu Besuch kommen dürfen und zwar niemals mit dem Gefühl des Störens ...
 
Nein, nicht nur ist das Leben ein kunterbuntes Treiben und wie alle Dinge dessen, hat es viele Farben und noch mehr Nuancen. Aber bei allem was man denkt und tut ... das Leben ist schön und noch schöner ist es dann, wenn man dieses auch zu schätzen weiss, denn jeder Tag bietet die Chance auf einen Neuanfang. Ist es nicht wundervoll niemals zu wissen, was der nächste Tag bringt und das all die Vergangenheit sich dadurch auszeichnet, dass diese gewesen ist ...