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Oh sole mio ... Berlusconi zieht vor den Kadi ...lalalala

10.11.2011

Nur noch einen Tag und die Jecken renne wieder durch die Strassen ... eigentlich nichts NEUES an diesen Tagen, denn es gibt doch immer auch Kadetten, bei denen man den ganzjährigen Karneval als Ursache für das seltsame Treiben vermutet ...

Haben Sie denn auch eine Tüte zum St. Martin bekommen oder haben Sie gar ihren guten Cashmere-Mantel in zwei Teile geschnitten und diesen an einen armen Mann verteilt. Ach ja, da hört also dann doch die Sache mit der Nächstenliebe für Sie auf?

Also ich frage mich ja immer, was da aus dem Vatikan da an milden Gaben an diesen Feiertagen der guten Laune und geschnitzten Runkeln kommt ... oder rennt da der Papst gar nicht mit der Runkelrübe auf dem Hals durch die Strassen von Rom und singt Sünte Martins Vögelken ... Ist das etwa nur ein westfälischer Brauch, dieses elendlange Gedackel um die Häuser mit dem Trostpreis der kleinen Tüte auf dem Arm ... wenn man denn dann die Strecke auch durch gestanden hat und zumindest noch über den Stab zur Runkel verfügte ...

Ach ja, was waren das Zeiten, als mein Vater am Nachmittag des Tages vom Martin damit begonnen hat, die Runkeln aufzuhübschen und wir Kinder auf den heissen Kohlen in der Ecke drammten, weil wir wie in jedem Jahr zu spät zum Zug kamen. Natürlich haben wir Kinder immer einen halben Herzinfarkt vor solchen Tagen bekommen, denn bei uns war das immer mit einer Menge des Stresses verbunden. Nein, wir hatten natürlich nicht nur einfach eine Runkel mit einem Stern darauf, sondern es musste noch ein Gesicht eingeschnitzt werden und damit wir auch im Kollektiv auffielen, bekamen diese auch noch weisse Bärte aus der guten Polierwatte für das Kfz. Mensch Meier, wenn ich daran noch denke und wie oft wir im strömenden Regen bei einer Gesäßkälte da in die Dunkelheit mussten, weil die Schule das so wünschte ...

Aber lustige Gesellen waren unsere Runkelköpfe auf dem Stab zum Schluss des Zuges schon, denn in den meisten Fällen hing da nur noch der Rest des Gemüses auf dem Stab, der mit dem guten Uhu und der eben genannten Watte geschmückt war. Und wie aufgeregt man doch war, wenn man dann auch noch das große Glück hatte hinter dem weissen Schimmel ... mit dem Nachbarn von Tante Käthe in der Martinschen Verkleidung ... hinter her laufen zu dürfen. Manchmal fuhr sogar eine kleine Bollerkarre mit ein paar Gänsen darin mit im Zug und wenn Sie mich fragen, dann endete deren Zug an diesem Tag in aller Regel im Restaurant zum Hirschen oder so ...

Komisch eigentlich, wo man doch an diesem tag den Kindern verständlich machen will, dass Grossmut und Empathie eine sehr gesunde Sache sind aber dann mit dem Heiligenschein in die Küche wandern und den Gänsen den Hals umdrehen und aus ihnen die leckere Gänsebrust mit Apfelrotkohl und der salzigen Kartoffel zu machen ... Warum ziehe ich eigentlich immer an dieser Stelle die unliebsamen Geschmacksfäden, lieber Nils Holgerson ...

Doch, Sie kennen auch den Nils, der da immer mit den Gänsen davon flog und nach dem direkt immer Wicki der Wikinger über den Bildschirm mit der Röhre darin flackerte ... oder war es Biene Maja oder gab es da auch schon den Flipper ... und Lassie ...

Oh ja, Lassie ... dieser kluge Hund, der schon vor dem Verzehr des Joghurts seinen Halter darauf hingewiesen hat, dass das Verfallsdatum überschritten ist und das Oma Else auf der Treppe im Flur liegt, weil diese bei dem Putzen der Fenster von der Leiter gefallen war. Jaja, als Kind wird man schon ganz schön für DUMM verkauft und erinnern Sie sich denn auch noch an die Tante aus der Flasche ... nein, nicht die Tante, die immer in die Flasche schaut ... also Tatjana Gsell hat nun in dieser Kinderstunde wirklich nichts zu suchen ...

Nein, diese leicht bekleidete Frau in der Pulle, die da immer wieder dem J. R. Ewing auf die Kirsche gegangen ist und der dann immer den Kronkorken auf die Flasche packte, wenn ihm die Tante zu nervig wurde. Diese konnte doch auch zaubern und von wegen den hausputz machen oder andere lebensunwichtige Dinge verrichten. Da wurde ein bis zweimal mit dem Köpfchen genickt und schon stand da die halbe Kuh am Grill auf dem Tisch. Geliebt habe ich die Jeny die Bezaubernde ... Überhaupt war ich in frühen Tagen ein Fan der ganzen Kinderprogramm-Litanei und wenn erst am Sonntag der schwarze Gaul aus dem Stall gelassen wurde ... oder dieses plappernde Pferd ... Noch besser, können Sie sich noch an ... Mensch, wie kam ich denn jetzt in diese Themenwelt ... St. Martin, der Papst ... ach ja ... und die Jecken, die da in einem Tag wieder beginnen sich den Kopf mit den vielen Prozenten abzuschrauben ...

Rennen die tatsächlich in knappen 24 Stunden wieder in den Kostümen durch die Gassen und wird sogar der Mann vom Schlitten mit seinem Rentier bei dem Geschenke einsammeln gestört, nur weil der 11.11. ist?


Jaaaaa, bald ist wieder Weihnachten und dann heisst es wieder, dass das grosse Fressen in das Haus steht und dann ist auch der Termin des Jahres für mich, wo ich ganz andächtig in die Kirche zur Mitternacht eile, um mir wie in jedem Jahr den Segen für mein Schaffen zu holen. Ach hören Sie doch auf, der Papst und seine Fummelkutten haben für mich mit der Kirche so viel oder wenig gemeinsam, wie der Sternekoch mit den Martinsgänsen. Nein, die Kirche ist ein Ort der Meditation, wenn da keine abtrünigen Jünger dabei sind und wenn ich da bin, dann weiss ich das ich auf ein schönes Jahr zurückblicken kann.

Nix da, ich lasse mir doch die gute Laune nicht durch ein paar kranke Gestalten vermiesen, die mir in diesem Jahr so über den Weg gelaufen sind und die alles andere als die guten Dinge im Sinn haben. Mir ist der Berlusconi am heiligen Abend so etwas von egal, weil dieser ja in diesem Jahr wohl auch nicht in einem seiner Paläste feiern wird ... wenn man den neusten Meldungen glauben darf, dann wird dieser wohl direkt nach seinem Rausschmiss aus der Mafia ohne die Immunität dastehen und was glauben Sie was sich die Ex-Gattin einen Pickel an den Bauch freut, wenn der alte Sack endlich dahin kommt, wo er schon seit sehr langer Zeit hingehört ... in den Knast wegen der Pädophelie und diversen anderen Straftaten. Also Frau Ex-Berlusconi, wenn Sie Lust und Zeit haben, dann gehen Sie doch mit uns zusammen in die Kirche und stecken eine Kerze auf die Vergangenheit an ... und dann singen wir im Chor: We wish you a merry christmas Silvio ...