SEITENAUFRUFE

BURN OUT - KEINE ZEIT DAZU

02.04.2014

Ach Du lieber Himmel ... ich werde alt und vor allem veralten meine grauen Zellen altern schneller, als diese bereit sind zu denken ... immer wieder vergesse ich die Dinge der obersten Priorität aber jetzt glauben Sie doch nur nicht das ich das extra mache, sondern es ist so:

Sie erwachen mit dem Gedanken an vielleicht 3 Tagesordnungspunkte und während sie fixiert auf diese zu erledigenden Dinge in das Bad wanken, um der täglichen Hygiene ihren Tribut zu zollen, bemerken Sie das die Zahnpasta sich dem Ende neigt ... macht also spontan 4 Punkte auf der Agenda ... und just in dieser Sekunde erhalten Sie die erste Botschaft über das Handy ... wie sieht es aus, macht ihr mit bei XY ... und schon befinden sich 5 Positionen auf der Liste und dieses ohne das sie auch nur den Hauch einer Flüssigkeit oder gar der Nahrung in ihrem Körper beheimaten. Gesagt, getan, die Hygiene beendet und ab in die Klamotten geht es auf in den alltäglichen Kampf. Das Müsli wird zwischen Tür und Angel im stehenden Zustand verspeist, auf den Kaffee verzichtet man sowieso, weil dessen Temperatur und das eigene Zeitmanagement nicht miteinander harmonieren. 



Mit einem Satz in das Auto, um zur Arbeitsstätte zu gelangen und der Blick auf die Nadel zeigt einem dann auch gerne den Bedarf an Kraftstoff ... OK, also erst zu der Tankstelle und auf dem Weg dorthin fällt einem siedendheiss wieder ein, dass man sich noch um diverse Mails kümmern muss. Das macht dann mal schnell 5 + na sagen wir mal bei einem durchschnittlichen virtuellen Posteinwurf so um die 50 Nachrichten pro Tag. Wir halten fest, noch bevor Sie oder ich an dem Schreibtisch ihren Popo platzieren, sind sie oder ich schon 55 Punkte weiter ...



Den Arbeitsplatz gesichtet fällt ihnen ein, dass die Winterreifen noch immer ihr Schattendasein in der sommerlichen Sonne fristen und so wird der Punkt 56 ebenfalls den grauen Zellen der Kurzzeit zugeordnet ... weiter im Text ... Text, ach ja, Sie müssen ja noch schreiben ... die täglichen Leser warten auf ihre literarischen Ergüsse und da muss dann mal eben aus der kreativen Schatzkiste der neuste Klatsch und Tratsch auf den Plan gerufen werden. Ohoh, da war doch noch etwas mit dem Arzt bzw. den Kontroll-Untersuchungen ... jajajaja, ich muss zur Blutentnahme und zu einem Ultraschall und dieses tunlichst mit der Ultra- Schall-Geschwindigkeit und so werden die 57 Punkte spontan unterbrochen und man widmet sich der Terminvereinbarung. 

Ach, auf dem Weg zur Praxis kann man ja auch noch mal eben an der Bank halten und die Kontoauszüge ziehen und wenn man schon da ist, dann kann man doch auch eben die Strasse zu Fuss überquerren, um im Supermarkt ein paar Lebensmittel zu kaufen. Gesagt, getan und wieder von Vorne fangen wir an ... noch immer mit den 57 Punkten, die sich inzwischen im hinteren Teil des Kopfes befinden ...

Wieder mit den Taschen in die PS-Mühle geht es schnurstraks und ohne Abschweife zum Tatort des medizinischen Geschehens aber natürlich nicht ohne ein bis zwei Anrufe auf dem Weg dort hin. 



Ja, natürlich denke ich an die Bestellung und an den Autoren ... einen Moment, ich notiere mir das ... und munter auf an den PC und dessen Meldungen zum Tage. In der Sekunde öffnet sich die Tür des Büros oder Ladenlokals und dort steht ein Kadett mit dem einen oder anderen Anliegen und da man diesen gerne nachgeht, stehen die 59 Punkte nun wie der angenähte Hals in der Ecke des Kopfes. So, es ist für einen Moment die Ruhe eingekehrt und man widmet sich dem Punkt 1 auf der 59´er Liste. Mensch, die Zeit die rennt und verdammt noch einmal, es ist ja schon fast Mittag und der Magen knurrt auch schon wieder ... schnell den Bäcker um die Ecke aufsuchen und zwingend daran denken, dass da noch die Rechnungen an Hübbelpüpp & Co rausgeschickt werden müssen ... ach ja, und sind da nicht auch am gestrigen Tag zwei Pakete gekommen, die noch unbedingt ausgepackt und gesichtet werden müssen?

Oha ... da war doch noch diese Sache mit dem Verein, war da nicht ein Mittagessen angesetzt ... das haut jetzt nicht hin, auch wenn das Netzwerken ausgesprochen wichtig ist und Apopopopo ... Netzwerk, wie war das noch mit der innovativen Idee der Zukunft ... unbedingt muss ich Herrn Z anrufen und ihm sagen, dass man das doch ncht so macht, wie man es gedacht hat. Da war doch noch eine Mail in der Angelegenheit ... zurück an den PC und diese Nachricht unter den unzähligen Botschaften gesucht ... Sie erinnen sich wir waren inzwischen mal bei 59 ... dann 58 und jetzt sind wir schon bei 62 ... und es ist erst gerade mal 13:00 Uhr am hellichten Tag ...



Weiter ... 13:00 Uhr ... dann habe ich ja noch satte 7-8 Stunden des Tages und der Arbeit ... ach ja, die Abrechnungen müssen noch gemacht werden und jajajajajajaja, die Belege darf ich nicht vergessen und hatte nicht auch heute die Tante ihren Geburtstag ... egal, die Arbeit geht vor und wozu benötigt man bei einem 14 Stunden Arbeitstag überhaupt Freunde, wenn doch der Beruf die wahre Freude des Lebens bedeutet. Mensch, das tat aber weh bei dem Onkel Doktor und wenn ich mir die Sache so recht betrachte, dann sollte ich mich doch schonen nach der Biopsie, die man mal eben zwischen der Suppe und den Kartoffeln erledigt hat ... aber was wäre das Leben, wenn man nicht auch den alltäglichen Katastrophen gerecht wird ... weiter im Text ... die ... Oh Gott, habe ich doch tatsächlich vergessen noch zum Grosshandel zu fahren, um dort die Kissen für A und F abzuholen und war da nicht auch noch der Herr M. von der VOBA, der da wegen dieser Werbeaktion in das Geschäft kommen wollte ... ja, exakt in 3 Minuten ... Termin also von 14 - 15 Uhr ... schon wieder ist die Arbeit des Vormittags liegen geblieben und jetzt wird es allerhöchste Zeit sich um die Sache mit der Telekom zu kümmern ... da stimmt doch etwas nicht mit dem DSL-Anschluss und ja, was machen wir denn jetzt mit den feuchten Wänden im Geschäft, dem herab fallenden Putz, den Tischen vor dem Laden?



Da fällt es mir ein, ich wollte doch noch die Tische dekorieren und die Neuwaren auszeichnen ... da ist doch auch noch der Tierarzt und die Druckerpatronen müssen bestellt werden und jaaaaaaaaa, das Kopierpapier ist zuende und wir müssen noch auf der Homepage die Einträge aktualisieren und wenn ich schon dabei bin ... habe ich eigentlich schon aufgehört mit dem Zählen der einzelnen Punkte für das Gross- und Kleinhirn ...

Es ist Nachmittag ... sagen wir mal 17:00 Uhr und müssig versucht man sich an all die Sachen zu erinnern, die man im Eifer des Gefechtes hätte eigentlich aufschreiben müssen ... Belege, Kissen, Arzt, Rechnungen, Mails ... was war denn da noch?



Wissen Sie, wenn ich es mir so richtig überlege, dann habe ich nicht einmal die notwendige Zeit für einen BURN-OUT, geschweige denn BURN-IN ... soll heissen, dass man bei den unzähligen Anforderungen des Tages einfach mindestens 20 Hände und die doppelte Anzahl an Köpfen benötigen würde und wenn das tatsächlich mit dem Stossgebet genn Himmel funktionieren sollte, dann auch bitte noch 10 paar Füsse ...